Die optische Helligkeit von Edelstahlrohren nach dem Glühen ist ein Indikator für die Qualität des Stahlrohrs. Viele Faktoren beeinflussen die Helligkeit, im Wesentlichen jedoch die folgenden fünf:
1. Ob die erforderliche Temperatur, die sogenannte Glühtemperatur, erreicht wird. Edelstahl wird üblicherweise durch Lösungsglühen wärmebehandelt, was umgangssprachlich auch als „Glühen“ bezeichnet wird. Der Temperaturbereich liegt zwischen 1050 und 1100 °C. Durch das Sichtfenster des Glühofens kann man beobachten, ob sich das Edelstahlrohr in der Glühzone im glühenden Zustand befindet und keine Weichheitsstellen aufweist.
2. Glühatmosphäre. Im Allgemeinen wird reiner Wasserstoff als Glühatmosphäre verwendet. Die optimale Reinheit der Atmosphäre beträgt über 99,99 %. Besteht die Atmosphäre aus einem anderen Inertgasgemisch, kann die Reinheit etwas geringer sein, sie darf jedoch nicht zu viel Sauerstoff oder Wasserdampf enthalten.
3. Ofenkörperabdichtung. Der Glühofen muss geschlossen und von der Außenluft isoliert sein. Bei Verwendung von Wasserstoff als Schutzgas darf nur ein Auslass angeschlossen sein (zur Zündung der Wasserstoffentladung). Zur Inspektion kann jede Verbindung im Glühofen mit Seifenwasser abgewischt werden, um festzustellen, ob Gas austritt. Besonders anfällig für Gasaustritt ist der Bereich zwischen Ofenrohr und Auslassrohr. Die Dichtungsringe an diesen Stellen verschleißen besonders schnell und sollten daher regelmäßig überprüft und ausgetauscht werden.
4. Schutz des Gasdrucks. Um das Auftreten von Mikroleckagen zu verhindern, muss der Gasofen einen Überdruck aufrechterhalten. Bei Wasserstoffgas sind in der Regel mehr als 20 kbar erforderlich.
5. Ofenwasserdampf. Zum einen muss geprüft werden, ob das Material im Ofenkörper trocken ist. Der Ofenkörper muss vor der Installation vollständig trocken sein. Zum anderen muss geprüft werden, ob überschüssiges Restwasser in die Edelstahlrohre des Ofens gelangt ist. Falls die darüber liegenden Rohre Löcher aufweisen, darf kein Wasser eindringen, da dies die Ofenatmosphäre vollständig zerstören kann.
Veröffentlichungsdatum: 26. März 2021


