Schweißnähte an unbekannten Materialien reparieren? Hier sind einige Tipps, die Ihnen helfen, das zu lötende Material zu identifizieren. Getty Images
F: Meine Arbeit umfasst das Schweißen und Reparieren von Maschinen und Konstruktionen in einer Werkstatt vor Ort. Mir wird fast nie gesagt, welche Art von Metall ich löte. Können Sie mir Hinweise geben, wie ich die Art und Güte des verwendeten Metalls bestimmen kann?
A: Mein bester Rat: Versuchen Sie nicht, es zu löten, wenn Sie nicht wissen, was es ist. Dies gilt insbesondere für kritische Bauteile, deren Ausfall zu Verletzungen oder gar zum Tod führen könnte.
Das Schweißen bestimmter Metalle mit ungeeigneten Schweißverfahren kann zu Fehlern im Grundwerkstoff, in der Schweißnaht oder in beiden führen.
Wenn Sie ein unbekanntes Material schweißen sollen, wie bestimmen Sie dessen Beschaffenheit? Zunächst sollten Sie die Möglichkeiten durch eine einfache Beurteilung eingrenzen. Betrachten Sie die Oberfläche des Materials und schätzen Sie dessen Dichte ein. Dies ermöglicht es Ihnen, Materialien in grobe Kategorien wie Kohlenstoffstahl oder niedriglegiertes Eisen, Edelstahl oder Nickellegierungen bzw. Aluminiumlegierungen einzuteilen. Auch die Beurteilung des Schweißbereichs kann wichtige Hinweise liefern. Gibt es Anzeichen dafür, dass das Teil im ursprünglichen Herstellungsprozess geschweißt wurde? Wenn ja, ist dies ein guter Indikator für die Schweißbarkeit des Materials. Gibt es Anzeichen dafür, dass bereits Schweißreparaturen versucht wurden? Wenn eine vorherige Lötreparatur fehlgeschlagen ist, sollten Sie sich vor einem neuen Reparaturversuch unbedingt über die Materialbeschaffenheit im Klaren sein.
Wenn Sie ein Gerät reparieren, können Sie den Originalhersteller kontaktieren und nach dem verwendeten Material fragen. Manche Artikel bestehen üblicherweise aus einem bestimmten Material. Beispielsweise werden Aluminiumhandläufe typischerweise aus Aluminium der Güteklasse 6061 gefertigt. Recherchen zu den üblicherweise verwendeten Materialien für zu schweißende Gegenstände können Ihnen helfen, die Auswahl einzugrenzen.
Da Sie in einer Maschinenwerkstatt arbeiten, sollten Sie von einem Mechaniker wertvolle Informationen über Werkstoffe erhalten können. Wenn ein neuer Werkstoff bearbeitet wird, weiß ein Zerspanungsmechaniker möglicherweise genau, um welchen Werkstoff es sich handelt. Er kann Ihnen anhand der Bearbeitungseigenschaften wichtige Informationen darüber geben. Sie sollten die Härte des Stahls anhand der Vorschubgeschwindigkeiten und Schnittgeschwindigkeiten während der Bearbeitung abschätzen können. Auch die Spänebildung liefert nützliche Informationen. Vermeiden Sie das Schweißen von Stählen, die kleine Späne erzeugen, da es sich dabei wahrscheinlich um Automatenstähle handelt, die beim Schweißen zu Heißrissen neigen.
Die Funkenprüfung von Stahl und Gusseisen kann einen groben Anhaltspunkt für den Kohlenstoffgehalt des Materials liefern. Chemische Punktanalysen können zudem das Vorhandensein spezifischer Legierungselemente bestimmen.
Chemische Analysen liefern wertvolle Informationen zur Bestimmung der Materialgüte. Oftmals können Sie Bearbeitungsspäne zur Analyse einsenden. Falls keine Bearbeitungsspäne vorhanden sind, entnehmen Sie nach Möglichkeit ein kleines Materialstück (ca. 2,5 cm²). Die meisten Prüflabore bieten chemische Metallanalysen für unter 200 US-Dollar an.
Am wichtigsten ist jedoch, dass man sich vor einer sicheren und dauerhaften Reparatur etwas Zeit nimmt und ein wenig Geld investiert, um sich ein genaues Bild von den zu verschweißenden Materialien zu machen.
WELDER, ehemals Practical Welding Today, stellt die Menschen vor, die die Produkte herstellen, die wir täglich verwenden und mit denen wir arbeiten. Dieses Magazin dient der Schweißergemeinschaft in Nordamerika seit über 20 Jahren.
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Veröffentlichungsdatum: 17. Februar 2022


